Die dunkle Seite der Schokolade

Auszüge aus einer Facharbeit von Sophie Hohaus

Indianer Kinder schneiden Grimassen

EuroBean mit Folgen

Dass das EuroBean Chocolate Festival nicht nur im Gaumen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, sondern auch im Kopf, zeigt das Beispiel unserer Volontärin Sophie. Für ihre Facharbeit der zehnten Klasse ließ sie sich von den Eindrücken der EuroBean 2016 inspirieren und entschied sich für das Thema “Fairtrade am Beispiel von Kakaoanbau und Schokoladenherstellung”. Darauf sind wir so stolz, dass wir an dieser Stelle einige Auszüge aus ihrer Arbeit vorstellen wollen. Den kompletten Text findest du hier verlinkt. Viel Spaß beim lesen!

Woher kommt der Kakao?

Kakaopflanzen haben es gern warm und wachsen daher nur in einem kleinen Abschnitt 20° nördlich und südlich des Äquators. Die weltweit größten Kakaoexporteure sind Ghana, die Elfenbeinküste und Indonesien - Gegenden, die immer wieder betroffen von politischen Unruhen oder Naturkatastrophen sind. Neben diesen Faktoren sorgt auch ein schwankender Weltmarktpreis für schlechte Einkommens- und Planungssicherheit der Erzeuger. Gleichzeitig verlangt die Schokoladenindustrie möglichst niedrige Rohstoffpreise, um dem Verbraucher ein günstiges Endprodukt anbieten zu können. Gern vergessen werden dabei die Verlierer dieser Rechnung: die Bauern, die die Rohstoffe erwirtschaften. Eine Konsequenz dieses Preisdrucks sind beispielsweise auch die über 2 Millionen Kinder, die in den weltweit größten Erzeugerländern Ghana und Elfenbeinküste unter schwersten Bedingungen im Kakaoanbau arbeiten und zur Schokolade genauso dazugehören wie der süße Geschmack. Die Frage drängt sich auf: Geht das nicht auch anders?

Was bedeutet fairer Handel?

Faitrade steht für kontrollierten Handel, von dem sowohl Produzenten als auch Konsumenten durch einen angemessenen Preis profitieren. Ein durch die Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis macht die Erzeuger unabhängig vom aktuellen Weltmarktpreis und garantiert ihnen somit ein verlässliches Einkommen. Mit dem Fairtrade-Siegel geht auch eine Verpflichtung an die Menschenrechte einher. So sind beispielsweise Zwangs- und Kinderarbeit in der Produktion verboten und die Gewerkschaftsfreiheit gesichert. Dadurch werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten nachhaltig verbessert.

Was unterscheidet Bean-to-Bar-Schokolade von Industrieschokolade?

Der wesentlichste Unterschied zwischen Bean-to-Bar- und industriell gefertigter Schokolade besteht in den Zutaten. Die Bean-to-Bar-Chocolate Maker verarbeiten für ihre Schokolade ausschließlich fair gehandelte Kakaobohnen aus biologischem Anbau, welche sie direkt von den Bauern, ohne den Umweg über Zwischenhändler, beziehen. Auf die Beigabe fremder Kakaomassen wird ebenso verzichtet wie auf künstliche und chemische Zusätze, welche in der industriellen Herstellung genutzt werden, um Geschmack und Konsistenz minderwertiger Rohstoffe auszugleichen. Daneben werden der Industrieschokolade Fremdfette, Lecithine, Aromen und Konservierungsmittel zugesetzt, um Produktionsprozesse zu beschleunigen. Bean-to-Bar-Schokolade ist also nicht nur geschmacklich und gesundheitlich eine gute Alternative zu “konventioneller” Schokolade, sondern auch in ethischer Hinsicht.

Quelle: Die dunkle Seite der Schokolade - Fairtrade am Beispiel von Kakaoanbau und Schokoladenherstellung (Sophie Hohaus)
Facharbeit - Die dunkle Seite der Schokolade (626,5 KiB)


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