Das 4. EuroBean Chocolate Festival

Von Brazilië bis Ziegenmilch: Außergewöhnlich gute Schokoladen konnten auf der 4. Eurobean auf Schloss Rochsburg verkostet werden

Im letzten Jahr haben wir freudig verkündet: Die EuroBean 2018 war die größte, professionellste und überhaupt beste EuroBean bisher. Begeistert stellen wir nun, im August 2019 fest: Das können wir für dieses Jahr auch behaupten. Noch einmal ist die Besucherzahl im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen: Über 5000 Gäste sind am ersten Augustwochenende der schokoladigen Versuchung auf Schloss Rochsburg gefolgt. Und wie das mit Angebot und Nachfrage so ist: Mehr Gäste brauchen mehr gute Schokolade. Und die sollten sie bekommen. 16 Chocolate Maker aus 12 verschiedenen Ländern haben das vierte Schokoladenfestival mit ihren köstlichen, exotischen und teils sehr außergewöhnlichen Kreationen bereichert. Steinpilz- und Knoblauchschokolade, Kefir und Ziegenmilch gehörten zu jenen Sorten, die zunächst skeptisch probiert wurden. Hier spalteten sich die Geister: Hate it or Love it. Die meisten schienen sie zu lieben, denn bereits am Samstagabend waren einige der verrücktesten Schokosorten ausverkauft.

©Grit Bugasch

Ein weiteres Highlight des diesjährigen Festivals war der Besuch von Heinz Stücke, dem meist bereisten Menschen der Welt. In nicht weniger als 50 Jahren radelte er durch alle Länder unserer Erde und teilte seine Geschichten, Fotos, und Fundstücke nun mit den Besuchern der EuroBean.

Auch Patrick Walter, Chocolate Maker von Choco Del Sol nahm alle, die bereits am Freitagabend auf die Burg gefunden hatten, mit auf eine unglaublich lebendige, schokoladige Reise. Die Burg wurde zum Schiff, und gemeinsam konnte das Publikum auf der „Roch“ Patricks und Peggys Weg von Deutschland über die Samoainseln, nach Indien, weiter nach Mexiko und Belize erfahren. Von dort aus ging es nach einer langjährigen Reise mit Säcken voll gutem, gesegeltem Kakao auf die Rochsburg in die Schokoladenmanufaktur von Choco Del Sol zurück. Mit seiner eigenen Geschichte, und seinem Fokus auf Nachhaltigkeit, fairen Handel und biologischen Produkten auf seiner langen Reise zeigte Patrick eindrucksvoll, dass jeder einzelne Mensch mit seiner individuellen Geschichte einen Teil für sein Glück und gleichzeitig für das Wohlergehen anderer und der nächsten Generationen tun kann. Zu diesen und weiteren Themen konnte man sich am ganzen Wochenende auf der oberen Etage der Ausstellung bei den NGOs INKOTA, Sea Shepherd, und Slowfood informieren.

©Grit Bugasch

Am Samstag und Sonntag konnten die Gäste nicht nur Schokolade verkosten. In zahlreichen Workshops lernten sie auch alles über die Herkunft- und Herstellung des süßen Glücks, über die Wichtigkeit von Gütesiegeln zu fairem Handel und biologischem Anbau, über eine Segelreise von Hamburg, nach Mittelamerika und wieder zurück und über die Entstehung des Festivals an sich.

In den Burghöfen gab es dann alles außer Schokolade zu probieren: Mittagessen mit ausschließlich regionalen Zutaten, vegane Waffeln, oder das selbst gekochte Essen aus dem Ziegelstein-Ofen: Auch hier ist jeder auf seine Kosten, (oder sollte man sagen: auf seine Köstlichkeiten?) gekommen.

©Grit Bugasch

Nach einem mehr als erfolgreichen Samstag mussten einige Chocolate Maker bereits die Türen schließen, beziehungsweise die Stände abbauen: Es gab einfach keine Schokolade mehr. Im Verlauf des Sonntags verkauften fast alle Maker fast alle Schokolade. Einige gingen mit komplett leeren Koffern wieder nach Hause, andere hatten nicht mehr genug für die nächsten geplanten Festivals. Nun – die Leere sei ihnen hoffentlich eine Lehre fürs nächste Jahr. Wer auf dem Festival leider nichts mehr abbekommen hat, kann sich hier nochmal umschauen und sich für die kalten Monate eindecken.

©Andor Schlegel

Zu wenig Schokolade heißt aber keinesfalls zu wenig Erfolg! So wurde der schottischen Manufaktur „Chocolate Tree“, die bereits am Sonntagmorgen „nur“ noch auf Ihren Onlineshop verweisen konnte, der diesjährige Chocolate of the Year Award verliehen und erhielt somit die bronzene Kakaofrucht. Publikumsliebling wurde in diesem Jahr Mānoa aus Hawaii. Der Gewinn in Form eines Schokoladenkuchens wurde traditionsgemäß wieder so gut es ging mit allen Gästen, Chocolate Makern, Helfern, Künstlern, Organisatoren, und wer sonst noch so da war, geteilt.

Auf dass der Spirit der EuroBean in uns allen bis zum nächsten Jahr weiterlebe!

 

von Caro Mohn

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