Ist "Fair" auch wirklich fair?

Das Kakaobarometer, Schokoladenpreise, und Josef Zotter

Kakao Bauer

Wenn jemand zum ersten Mal das EuroBean Chocolate Festival besucht, so werden die ungewohnt hohen Preise der Schokoladen überraschen. Für manche ist das schwer zu schlucken, man ist doch ganz andere Preise gewohnt. Doch wie kommt dieser Preis zustande?

Es gibt viele Faktoren die in den Preis von Schokoladen einfließen können. Unsere Chocolate Maker arbeiten eng mit den Kakaobauern zusammen und beziehen ihre Bohnen für ihre Bean-to-Bar Tafeln daher direkt & fair von ihnen. Aber warum ist das wichtig? Reicht es nicht auch einfach Bohnen aus Initiativen wie Fairtrade zu kaufen?

Leider bedeutet fair nicht immer gleich fair. Das INKOTA-netzwerk e.V. veröffentlichte dieses Jahr das „Kakao-Barometer 2018“. Dies ist ein Bericht den ihr euch definitiv durchlesen solltet, sofern ihr Interesse am Thema habt und detailliertere Ausführungen der Probleme und der Lösungsvorschläge haben wollt.

Initiativen erreichen leider ihre Ziele nicht, oder einfach nicht in dem Maße wie man es sich erhofft. Signifikante Verbesserungen bleiben aus. Auch schadete der Preisverfall des Kakaos zwischen Ende 2016 und Anfang 2017 den Bauern sehr, woran Unternehmen und Initiativen teilweise die Schuld trugen. Das heißt jedoch nicht gleich das Initiativen nichts bringen. Auch Josef Zotter, ein Chocolate Maker, den EuroBean Besucher gut kennen, meinte in einem Interview mit dem Kurier: „Ich halte Fairtrade ja weiter für eine gute Idee, es ist besser als gar nichts. […]“.

Jetzt mag sich die ein oder andere Person über die Wortwahl Zotters wundern. Für die, die es nicht mitbekamen: Zotter stieg vor geraumer Zeit aus dem Fairtrade Label aus, und besitzt jetzt sein eigenes, patentiertes FAIR-Handzeichen Label. Ein Grund war unter anderem sein Unmut über die Massenbilanzierung: „Sie erlaubt es, dass in einem Fairtrade-Produkt auch nicht fair gehandelte Rohstoffe stecken. Das ärgert mich. Das ist doch ein Beschiss am Kunden, der sich etwas anderes erwartet.“.

Zotters Schritt mag in den Augen mancher sehr gewagt sein, doch somit hat er eine 100% Transparenz was seine Wertschöpfungskette angeht. Außerdem ist dies einer der effektivsten Handlungen, welche man als Unternehmer "unternehmen" kann, um die Bauern in seine Wertschöpfungskette zu integrieren.

Um die wirklichen Probleme der Wertschöpfungskette allgemein zu lösen müsste eine viel engere Kooperation zwischen Regierungen, Initiativen und Unternehmen bestehen. Es müssen Auflagen und Gesetze erstellt werden die den Anbau, die Arbeitsbedingungen und den Zugang zu den Fairtrade Labels regulieren. Es muss für Bildung gesorgt werden und Kinderarbeit unterbunden werden. Und noch einiges mehr, was ihr, wie erwähnt, in INKOTAs Barometer nachlesen könnt.

Ist der Direktkauf der Bohnen jetzt der einzige Grund warum die Schokolade so „teuer“ ist? Selbstverständlich nicht. Unter anderem kommt die Herstellung dazu. Diese ist ein Handwerk für sich. Es ist zeitintensiv, braucht so manches Werkzeug, und auch einiges an Geschick. Das unterscheidet diese Schokoladen auch qualitativ stark von Industrieschokolade. Und das schmeckt man am Ende auch! Genuss mit gutem Gewissen ;-)

Wir hoffen der Beitrag hat euch gefallen, und wir wünschen euch noch einen genussreichen Tag (übrigens, dabei können wir helfen: faire Schokolade findet ihr in unserem Online-Shop.)

Euer EuroBean Team

von Nandor-Dominik Körösi

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